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Reformiertes Pfarrkapitel zwischen Cevennes-Ziegen und Austern

Die diesjährige Weiterbildungsreise führte das reformierte Pfarrkapitel unseres Bezirkes nach Südfrankreich. Der Knonauer Kollege führte das Kapitel auf die Spuren der Hugenotten. Die Hugenotten waren die reformierte Minderheit, die während vieler Jahrzehnte blutig verfolgt wurde. Eine Million gut ausgebilderter Menschen verliess ihr geliebtes Frankreich und kehrte nie zurück. In der Schweiz, im Elsass, in Süddeutschland, in Berlin, in Südafrika und an anderen Orten trug ihre Immigration zum Wohlstand bei.
Die Gruppe von Pfarrerinnen und Pfarrern fuhr mit einem Bus nach Genf und von dort nach Savoyen in die pittoreske Bergstadt Briancon. Menschen einer verstreuten reformierten Kirchgemeinde empfingen uns unvergesslich herzlich und verwöhnten uns mit herrlichem Bergkäse, Quiches und anderem. Man kann dort übrigens sehr schöne Sommerferien verbringen. Ein Besuch von Gap entfiel wegen eines Verkehrskollaps aufgrund Markt-treibens (eines lokalen Marktes). Bald kamen wir in der provenzalischen Studentenstadt Aix-en-Provence an. Wir logierten am berühmten Cours Mirabeau und erkundeten die prächtige Stadt. Auch Unbill wie ein Dacheinsturz aufgrund heftiger Regenfälle in einem Bistro oder arrogante Hotelreceptionistinnen haben wir bewältigt. Weiter ging die Fahrt in die alte römische Stadt Arles mir ihren berühmten Arenen, dann nach St Gilles, das im Mittelalter ein Wallfahrtsort war: die berühmte Fassade wurde von den Hugenotten fast zerstört -Bildersturm gab es leider schon damals! Durch die zum Glück weiterhin natürliche belassene Camargue mit ihren Pferden und Flamingos ging es zum Wallfahrtsort der Sinti und Roma, Saintes Marie de la Mer, so dass die Schweizer auch Meerluft schnuppern konnten; andere schnupperten allerdings mehr am Weisswein oder am Kir. Abends erreichten wir die pulsierende Metropole Montpellier mit ihren Zehntausenden von Studierenden. Tags darauf besichtigten wir die Stadt Aigues Mortes am Meer, in deren Turm (Tour de Constance) die Hugenottin Marie Durand mit ihren Kameradinnen 38 Jahre in einem Raum eingesperrt war, weil sie ihre protestantische Überzeugung nicht widerrufen wollte vor dem König. Ihr ins Mauerwerk gekritzeltes «resistez» - «Leistet Widerstand» – beeindruckte uns sehr. Diese Frauen und andere legten mit ihrem selbstlosen Einsatz eine Schneise in das kommende Verständnis von Freiheitsrechten, aufrechtem Gang, Aufklärung und Emanzipation des Individuums in Europa, davon zehren wir alle heute noch. Die Fahrt ging weiter in die Cevennen. Wir bewunderten die alte romanische Abteil St Guilhem le Desert und probierten die gute Akustik in der Kirche. Weiter in die Cevennen führte die Fahrt nach Anduze, wo wir das grösste reformierte Gotteshaus Frankreichs besuchten und uns dann im Musee du Desert in die Verfolgunsgeschichte der Hugenotten vertieften. Die Reise endete in einem Hotel in den Rebbergen in Barjac. Einige besuchten am freien Tag das römische NImes, andere machten eine Wanderung in der Umgebung. Nachts bis spät wurde diskutiert, nach der dritten Flasche Cotes-du-Rhone wurden Vor- und Nachteile von Gemeindefusionen aufs Heftigste diskutiert, aber nicht gelöst.
Der Gottesdienstbesuch am Sonntag in der schönen Stadt Uzès war noch einmal sehr eindrücklich. Die Franzosen begingen den 100. Endtag des Ersten Weltkrieges mit Feiern in vielen Dörfern und Städten. Im Gottesdienst hörten wir Berichte von Soldaten aus der damaligen Front , Musik aus der Zeit erklang, und im Rahmen einer offenen Diskussion im Gottesdient konnten die Gemeindeglieder ihre Erinnerung an ihre gefallenen Vorfahren erwähnen oder ihre Gedanken mitteilen. Dies alles bewegte uns sehr. Und wir - wo und wie sind wir bereit, aktiv Widerstand zu leisten, auch wenn es uns etwas kosten sollte? - dies das bleibende Vermächtnis der Hugenotten.

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